Pressemeldung- DITIB Dachverband

Moscheeübergriff in Leipzig: Mit Worten beginnt, was sich in abscheulichen Übergriffen Bahn bricht!

Der neuerliche Übergriff am gestrigen Abend auf die Leipziger Moschee hat uns zutiefst erschüttert. Dies ist der 8. Angriff allein auf die DITIB-Moschee in Leipzig innerhalb von 5 Jahren. Seit Anfang 2021 zählt die Antidiskriminierungsstelle der DITIB bereits über 22 verifizierte tätige Moschee-Übergriffe. Auszugehen ist von einer deutlich höheren Dunkelziffer, weil längst nicht alles gemeldet oder publik wird.

Abdurrahman Atasoy, Generalsekretär im Bundesverband, sagt dazu: „Jeder Moscheeübergriff ist einer zu viel. Nicht genug, stellen wir bisweilen fest, dass tendenzielle „Hintergrundinfos“ über den DITIB-Verband als unzulässige Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche gedeutet werden können, die dazu geeignet sind, einer Feind-Markierung gleichzukommen. Denn mit Worten beginnt, was sich in abscheulichen Übergriffen Bahn bricht. Deeskalationen vor Ort, aber auch in der Sprache sind hier von besonderer Wichtigkeit. Sicherheitsbehörden, Polizei und auch die Stadtgesellschaft steht hier in Verantwortung. Das Sicherheitsbedürfnis der Moscheegemeinden und Muslime ernst zu nehmen, ist diesbezüglich höchstes Gebot.

Insbesondere sächsische Landtagsabgeordnete, die die Übergriffe mit einem Recht auf Kritik zu relativieren versuchen, gießen Öl ins Feuer der Radikalen und streuen Salz auf die Wunden einer friedlichen, unbescholtenen Moscheegemeinde. Diese populistische Debattenkultur torpediert bewusst den Diskurs um Gewalt, um aus den Tätern Verfechter eines Rechtsstaates zu machen. Doch diese Strategie des Whataboutism, die  Kritik an den Verband als Totschlagargumente nutzen will, lenkt bewusst vom Thema ab. Gewalt und Übergriffe sind eben keine Kritik, sie sind weder entschuldbar, noch dürfen sie als Teil des gesellschaftlichen Diskurses legitimiert werden. Es waren keine „Kritiker“, die gegen die Moschee und das Wohnhaus Gewalt anwendeten, es waren Radikale, die unschuldige Bürger der Stadt Leipzig, eine Moscheegemeinde und ein Wohnhaus tätig angriffen. Diese Art der Täter-Opfer-Umkehr lehnen wir ab.

In unseren Gedanken sind wir bei unserer Leipziger Moschee, die Opfer eines Übergriffs wurden, aber auch bei den vielen anderen Opfern von Moscheeübergriffen bundesweit.

Wir sind solidarisch mit der Leipziger Gemeinde und den Hausbewohnern: ihre Angst, ist unsere Angst, ihr Trauma, unser Trauma.“

DITIB-Bundesverband

https://www.ditib.de/detail1.php?id=766&lang=de

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